Diese Seite ist an alle gerichtet, die genau wie wir, in der Liebe wachsen wollen. Und auch an die, die es nicht wollen. Und auch an jene, die schon gewachsen sind, vielleicht können sie den anderen weiterhelfen
Möglicher Weise werden hier ab und zu Veränderungen stattfinden. Das wird wahrscheinlich notwendig, dann aber angezeigt.





Wenn Jesus "Liebe" sagt


Es gibt ganz sicher Menschen die Liebe mit "freundlich lächeln" verwechseln. Nun, gewiss gehört zur Liebe auch ein freundliches Lächeln, aber Liebe ist sehr viel mehr als nur das.

Ein wenig provokant vielleicht, was ich gerade geschrieben habe. Aber mal ehrlich: nach außen freundlich lächeln und im Innersten die Zähne knirschen? Das kann's doch irgendwie nicht sein. Jedenfalls nicht für Menschen, die durch Jesus befreit sind. Und das ist ganz sicher auch nicht die Liebe, die wir durch den Heiligen Geist empfangen.


Eins vorweg: es geht hier um Liebe zu meinem Nächsten. Also zu Bruder und Schwester in der Gemeinde, zu Menschen im Verwandten- und Bekanntenkreis und denen wir sonst begegnen.

Bei der Ausarbeitung dieser Seite war ich immer wieder über meine eigene Lieblosigkeit erschrocken. Aus Matt. 24,12:

"... und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe der meisten erkalten; ... "

Ist sie wirklich schon in den meisten erkaltet? Oder vielleicht nur bei mir selbst?
Wir als Familie strecken uns aus nach der Liebe, wie Jesus sie gemeint und gelebt hat. Das ist eine Entdeckungsreise ins eigene Ich: Wie bin ich? Da kommen Dinge zu Tage, die uns regelrecht erschüttern und wir haben folgendes entdeckt: Liebe üben (ja! so richtig mit eigener Kraft) ist extrem wichtig und zeigt die Grenzen meiner hausgemachten Liebe, die der Erneuerung durch Jesus bedarf. Wir werden mit unseren eigenen Bemühungen immer wieder scheitern; aber diese Bemühungen sind wichtig um zu entdecken: da will Jesus Befreiung schenken! Die Bemühungen müssen in wahre Liebe umgewandelt werden. Er selbst will uns seine Liebe ins Herz geben und diese Liebe schaut nicht nach meinem Wohl sondern sehnt sich nach dem Heil unserer Nächsten. Diese Liebe durch Jesus stellt sich uns als unfassbare Macht dar, die wir nur in einzelnen Atemzügen begreifen können.
Verwunderlich für uns ist, wie wenig Literatur es über dieses wichtige Thema gibt. Es gibt unzählige Bücher zu allen möglichen und auch wichtigen Themen. Über Liebe haben wir bis dato noch keines gefunden, außer die Bibel.

Alles was nun unterhalb der nächsten Linie geschrieben steht, beschreibt unseren Erkenntnisstand und hat keinen Anspruch auf Vollkommenheit, da wir selbst am Lernen sind. Möge Gott selbst mich beim Ausarbeiten leiten, damit wir alle Mut zur Liebe bekommen.


Wenn Jesus "Liebe" sagt, dann meint er nicht ein äußerliches Erscheinungsbild sondern eine innerliche Freiheit, die nach außen dringt. Das soll folgendes heißen: Jesus meint eine Liebe, die ich selber nicht machen kann und auch nicht muss. Wahre Liebe ist frei von Selbstdarstellungen. Also: es macht keinen Sinn, wenn ich mich nach außen hin als liebevoll zeige, innerlich aber bin ich zerknirscht und voller negativer Gedanken. Ich kann mich zusammen reißen und gute Mimik zum Spiel machen. Das ist aber noch keine Liebe. Das ist der Wunsch nach Liebe und Einheit. Das ist auch Gesetzlichkeit. Mehr aber nicht. Das kann ich alles bei mir selbst tun und erreicht doch nie den Stellenwert, den die Liebe hat, die Jesus meint. Jesus meint etwas ganz anderes:

Übersicht

  1. Jesus meint eine Liebe, die unsere Herzen vollkommen erfasst. Sie ist vorbehalt- und selbstlos, gilt jedem und bedarf keiner Gegenleistung.
  2. Diese Liebe ist untrennbar mit der Freiheit durch den Heiligen Geist verbunden. Dadurch wird Sie zu einer Gabe des Geistes, zu einem Geschenk und nicht zum Ergebnis meiner Anstrengung.
  3. Diese Liebe ist zu Mitmenschen nicht anders als die zu Geschwistern. Diese Liebe unter Geschwistern in Jesus allerdings ist etwas ganz besonderes.



1. Liebe ohne Grenzen

Wer bestimmt, wo unsere Liebe aufhört? Wir selbst. Wir selbst stecken die Grenzen. Eine eingegrenzte Liebe aber ist nicht fähig, sich auszubreiten und zu wachsen. Die Liebe mit der Jesus uns geliebt hat ist ohne Grenze.


Mal an die, die auf dem Weg mit Jesus sind: Wollt Ihr nicht auch, dass Eure Liebe allen Menschen sichtbar wird? Wollt ihr nicht auch vollkommen von der Liebe Gottes erfasst werden und in die Welt hinaus strahlen wie ein reines, klares Licht?


Die Liebe die Gott uns schenken will ist nicht das, was ich hier mit "Sich-beherrschen-können" betiteln möchte. Es ist eine Liebe, die nicht außen, sondern ganz tief innen beginnt.

Das normale Gefühl wenn sich Menschen begegnen ist - egal ob wir den Menschen kennen oder nicht - Sympathie oder Antipathie. Wir können in der Regel nichts dagegen tun. Das geschieht innerhalb von Millisekunden. Und die Folge? Wir grenzen uns sofort mehr oder weniger ab. Das ist menschlich gesehen völlig normal. Da gibt es Leute, mit denen haben wir einen "Draht"; und es gibt jene, mit denen wir einfach nicht können.
Aber was haben wir gekonnt, wenn wir die Lieben, mit den wir sowieso ein gutes Verhältnis haben? Das fragte schon Jesus (Luk 6,32):

"Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben."

Die Liebe, die Jesus meint geht viel weiter. Da gibt es diese Sätze wie "Liebt eure Feinde" oder "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst", usw. Ja ja, ist alt und klingt irgendwie abgedroschen - ich weiß! Und trotzdem noch einer: "Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt...", wir kennen das Weitere. Was hat Jesus hier wirklich gesagt?

Als aller erstes hat er damit gesagt, dass wir den, der uns begegnet, lieben sollen. Jeden! Ob uns nun jemand unbequem ist oder nicht. Das ist nicht nur ein frommer Wunsch, um ein Gesetz zu erfüllen; das ist der pure Wille Gottes.

Dieser Wille Gottes steht in krassem Gegensatz zum menschlichen Verhalten und Denken. Menschen grenzen ihre eigene Liebe ein. Egal ob aus Selbstschutz oder Machtinteressen: Es geht immer in erster Linie um mich. Und selbst wenn es jemand schafft die eigenen Interessen mal hinten anzustellen (was ich wirklich als viel bewerte), es bleibt zumindest ein inneres Seufzen, eine Unwilligkeit in uns. Mit diesem inneren Unmut im Herzen erreichen wir sehr schnell Grenzen. Und dann kommen diese typischen Reaktionen, wenn vielleicht auch nur innen: "Jetzt ist genug, bis hier her und nicht weiter!". Normal.

Sich beherrschen zu können ist eine gute Tugend und fordert Kraft. Aber: wer sich beherrschen oder zwingen muss, hat die Liebe noch nicht. Ich glaube, dass Jesus ohne Hass und ohne sich beherrschen zu müssen ans Kreuz gegangen ist. Vielleicht glauben einige, dass er innerlich die Faust geballt hat oder sich auf die Zähne gebissen hat. Ja vielleicht, aber nur wegen der Schmerzen, nicht aus Hass. Wir sagen manchmal so dahin, dass wir auf jemanden sauer oder böse sind und denken dann auch noch im Recht zu sein. Aber das ist Unsinn. Wir sind nie im Recht, wenn wir auf jemanden böse sind. Wenn wir so sind, dann sind wir - böse eben! und nicht voll Liebe.

Wenn Jesus auf seine Henker oder jemand anderen sauer oder böse gewesen wäre, dann wäre er niemals als reines Lamm gestorben und unser Glaube an Ihn hätte keine Grundlage. Ich glaube, dass Jesus ohne einen einzigen bösen Gedanken im Herzen gestorben ist. Und er hat auch heute nicht einen bösen Gedanken über uns. Denn "Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm" 1.Joh. 1,5. Jesus kennt keinen Hass.

Diese Liebe ist Grenzenlos. Jesus brauchte nicht auf sich acht geben und zusehen, dass er aus allem gut raus kommt. Er war völlig frei davon, auf sich zu sehen. Jesus musste sich nicht zur Liebe zwingen oder überreden so wie wir das immer tun, es kostet ihn null Kraft, uns zu lieben. Er ist einfach voll Liebe und ganz ohne Hass. Er hat nur die Sehnsucht nach seinem Vater und uns und unserem Heil. Er hat alles dafür getan, damit wir Leben haben und zum Vater zurückkehren. Und das alles aus reinster und innigster Liebe zu uns Menschen.

Und wir? Wir strengen uns an, wir machen und tun, damit wir gut und nicht böse sind. Das kostet Unmengen an Kraft und Zeit. Und immer wieder die ernüchternde Erkenntnis, es wieder nicht geschafft zu haben. Jesus hat uns eine Liebe gezeigt, die wir niemals aus eigener Kraft erlangen werden. Sie reicht nicht aus. Wir werden vielleicht hier und da Verbesserungen feststellen, was auch wirklich wichtig ist. Die Liebe Gottes aber ist eine Dimension, die keinen Hass, Zorn, nicht einmal schlechte Gedanken kennt. Wo wir aus eigener Kraft immer noch hin und her überlegen, wie wir nun am besten Liebe üben, hat die Liebe Gottes schon geliebt.

Wenn uns jemand schlägt, dann wollen wir zurück schlagen. Wir wollen unser Recht einklagen. Wir erwarten Gegenliebe und Verständnis. Alles Dinge, die nur uns und unserem Ego dienen. Wir dienen uns selbst! Jesus aber spricht davon, dass er gekommen ist zu dienen und nicht sich dienen zu lassen. Er hat nicht von seinen Jüngern erwartet, dass sie ihm dienen. Im Gegenteil: er diente ihnen. Und er hat von ihnen nicht ein bisschen zurück verlangt. Genau so sollen wir auch dienen und lieben. Jeden, ohne Ausnahme. Ich mache hier ganz bewusst keinen Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Die Liebe, die Jesus uns zeigt gilt allen Menschen.

Gott will uns eine Liebe schenken, die wir nicht kennen und die uns so auch nicht gelehrt wurde. Uns wurde gelehrt, Liebe zu üben und uns darin anzustrengen, mit all den notwendigen Kleinigkeiten. Das ist sicherlich erst mal richtig, aber es fehlen ganz entscheidende Faktoren: Ziel ist eine Liebe zu geben, die als Geschenk Gottes wirkt, die vorbehaltlos und völlig frei von negativen Gedanken oder gar Zorn ist. Diese Liebe wartet nicht darauf, bis wir geliebt werden. Sie liebt von allein, zuerst und unter allen Umständen. Sie schaut nur nach dem Heil des anderen und sehnt sich danach. Diese Liebe muss nicht herbei gekämpft werden, sondern sie ist eines der größten Geschenke überhaupt. Sobald wir nach unserem Recht sehen und darauf pochen verblasst sie. Wir können in diesem Fall noch den Schein wahren, aber Liebe wie Jesus sie uns gezeigt hat ist das nicht mehr.

Wir sollen diese Liebe erkennen und ergreifen. Gott will uns ausfüllen mit seiner ganzen reinen Liebe, haargenau die gleiche Liebe, die auch Jesus hatte. Nur mit dieser Liebe werden wir in Jesus sein und er in uns. Die Frage ist, ob wir so lieben wollen!

Joh. 17,26:

"Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen."





2. Liebe als Frucht des Geistes

"Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, ..."


Diese Worte aus Gal. 5,22 sollen deutlich machen, wie sehr wir die Kraft des Geistes Gottes in uns brauchen.

Von Natur aus sind wir praktisch unfähig zur Liebe. Die Frage nach dem "Warum" möchte ich hier nicht erläutern, da dieses Thema sicher zu weit führt. Unsere Lieblosigkeit wird an Hand unserer Gedanken sichtbar: es genügt ein innerliches genervtes Stöhnen über andere. Jeder kennt seine eigenen Gedanken und sollte mal in sich hinein hören. Die meisten werden leider grauenhaftes in sich entdecken, was man da so über andere zusammen raunt. Und wenn wir uns noch und nöcher anstrengen, aber eine wirkliche Veränderung können wir nur durch die Kraft Gottes erleben. Das ist unsere vollste Überzeugung.

Bei einer Veranstaltung in unserem Haus konnte ein Gast aus England durch die Gnade Gottes Worte zu uns sagen, wie sie treffender nicht sein können:

"Ihr braucht nicht versuchen, den alten Menschen zu verbessern. Der ist mit Christus gestorben. Zieht den neuen Menschen an!"

Was wir nicht alles an uns feilen, sägen und bohren damit wir "bessere Christen" sind! Wie viel vergebene Kraft und Zeit! Ich will's mal so nennen: vergebliche Liebesmüh, wenn wir versuchen, den alten, in Christus gestorbenen Menschen zu verbessern.

Nach den Worten im neuen Testament ist die Liebe die wichtigste Frucht des Geistes Gottes. Heilungen sind gut und wichtig, genauso wie Sprachenrede und Prophetie etc., ohne Liebe aber ist all dies nichts Wert (siehe 1.Kor 13).

Wenn wir uns nach Wundern und Zeichen ausstrecken und diese erleben wollen, dann sollten wir uns um das größte Wunder bemühen: nach der Liebe Gottes in uns. Wir selbst sind dabei und strecken uns aus nach der Liebe und wir müssen bekennen: es ist leichter ein prophetisches Wort zu sagen oder in Sprachen zu beten, als einen einzigen Menschen zu lieben; es ist leichter an körperliche Heilungen und andere Wunder zu glauben, als einen einzigen Menschen in seiner Not wirklich zu lieben.

Diese Liebe bekommen wir mit der Gabe des Geistes Gottes - normaler Weise. Aber oft sind wir so sehr fixiert auf besondere Gaben wie Prophetie, Heilung, Sprachenrede etc., so dass die Liebe dabei in den Hintergrund tritt. Das ist nicht gut und zeigt nur, dass wir nicht lieben wollen, sondern lieber heilen usw. Das ist eine Anschuldigung, ich weiß. Aber seht in Euch selbst hinein. Was haben wir für ein Werk getan, wenn wir jemanden ohne Liebe unsere Gabe der Erkenntnis um die Ohren schlagen? Hier muss ich leider einfügen, dass ich aus Erfahrung spreche. Solches Getue bringt Streit und Zwietracht. Es kann noch so richtig sein, hat aber keinen Wert, wenn die Erkenntnis ein liebloser Stein ist.

Gott will uns seine Liebe schenken; und so, dass wir nichts dazu tun müssen. Die Frage ist nach wie vor: wollen wir lieben, so wie Jesus es tut? Wollen wir uns lieber übervorteilen lassen, als unser Recht zu fordern? Wollen wir uns lieber von anderen demütigen lassen, als uns zu rechtfertigen? Wollen wir mit überfließender Freude und Liebe anderen dienen? Werden wir den Weg Jesu gehen, dann lassen wir uns schlagen, demütigen, übervorteilen, hintergehen usw., wir aber bleiben in der Liebe. Das alles aber in Blick auf den HERRN und zu seiner Ehre!

Wenn wir die Liebe bei uns selbst tun könnten, dann wäre sie keine Frucht des Geistes. Gott will durch Jesus und seinen Geist in uns sein Werk vollbringen. Er muss es tun, damit wir gerettet sind. Wenn wir versuchen unserem alten Menschen Liebe beizubringen, dann ist das nicht nur vergeblich, weil der ja gestorben sein soll. Es nimmt auch Gott die Ehre, weil wir nicht in seinem Heil, nicht in seinem Geist und nicht in seiner Liebe leben. Hinzu kommt, dass unsere eigene Liebe reines Menschenwerk ist - da haben wir wieder was zum Vorzeigen. Wir aber sollen die Werke des Herrn rühmen. Ich gehe sogar soweit: wer an seiner eigenen Liebe rumfeilt und darin stehen bleibt, hat keinen Teil an der Liebe Gottes.

Nun erwähnte ich anfangs, dass es sehr wichtig ist, Liebe zu üben. Und das auch so richtig aus eigener Kraft, auch wenn es vergeblich ist. Dabei bleibe ich. Das ist immer noch besser, als dieses Gebot Jesu unbeachtet zu lassen. Denn wir haben keine Entschuldigung, wenn wir lieblos sind. Das Ziel aller unserer Anstrengungen, aller unserer Enttäuschungen, muss aber die Befreiung zur Liebe Gottes in uns durch seinen Geist sein. Ziel muss sein, dass die größte aller Gaben des Geistes in uns zur Erfüllung und zum Wirken kommt.

Aus Römer 5,5:

"...denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist."

Wir dürfen nicht in der Erkenntnis unserer Lieblosigkeit stehen bleiben, sondern den neuen Menschen anziehen, der mit Christus auferstanden ist und lebt. Das heißt, dass wir den alten Menschen mit allen Konsequenzen ablegen müssen - wir müssen sterben und alles aufgeben, was uns über den anderen erhebt oder auch nur den Anschein dessen hat. Es gibt viele Gaben des Geistes, die alle Berechtigung und Sinn haben. Die Liebe aber ist die Vollendung und Vervollkommnung aller Gaben. Sie ist die Frucht eines wirksamen Geistes Gottes in uns.

Wie viel Last fällt von uns ab, wenn wir nicht mehr auf unseren Schein achten müssen? Wie befreit können wir durch die Liebe Gottes dem anderen begegnen, ohne Anschuldigungen und Vorbehalte? Wie viel Kraft für das Reich Gottes wird freigesetzt, wenn wir sie nicht mehr für uns selbst vergeuden?





3. Geschwisterliebe mit Verheißung

"Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."

Joh. 13,34f (siehe auch Joh 15,9-17)


In Demut dürfen wir einander annehmen, in Liebe brauchen wir dem anderen nichts mehr vorzuspielen, aus Angst, wir könnten jemanden verletzen. Wir dürfen ehrlich und wahrhaftig dem anderen begegnen. Wir dürfen einander ermuntern, ermahnen, Sünden bekennen, vergeben. Wir können einander befreit begegnen ohne uns zu verstecken, weil wir einander lieben. Wir sind frei und blicken zusammen voller Freude auf Jesus. Wir helfen uns gegenseitig und murren nicht untereinander. Wir beten und ringen um einander. Wir tragen des anderen Leid. Wir weinen und lachen miteinander. Wir sind voll Kraft und Einheit im Geist und Gott kann sein Werk tun.

Das ist ein Traum? Nein, es soll sichtbare Realität sein unter Geschwistern in Jesus. Eine Gemeinde in der die Liebe Gottes nicht sichtbar ist, dreht sich um sich selbst, weil es viele Probleme untereinander zu lösen gibt - zu viele, um für die Welt sichtbar das Reich Gottes zu bauen. Die meiste Kraft geht in die eigenen Reihen; und damit wieder ins eigene Ich. Was aber, wenn eine Gemeinde zur Liebe befreit in die Welt hinaus geht? Was für ein Segen kann von einer solchen Gemeinde ausgehen?

Das wichtigste Erkennungszeichen der Gemeinde Gottes ist nach den Worten Jesu unsere Liebe untereinander. An ihr wird die Welt erkennen, dass wir seine Jünger und Kinder Gottes sind. Hier ist jeder persönlich gerufen, sich nach dem Heil und nach der Liebe in Jesus auszustrecken und in dem zu leben. Was für eine Kraft hinter dieser Liebe steckt werden wir erleben, wenn wir es wagen den anderen so zu lieben, wie Jesus liebt.

Eine Kostprobe davon können wir in der Apostelgeschichte lesen (Apg. 2,42-47; 4,32):

    "Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten."

    "Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

Das ist Wirken des Heiligen Geistes in einer Gemeinde. Ich entnehme den Versen, dass diese Menschen die Liebe Gottes in ihrem Herzen hatten, auch wenn es nicht wörtlich so da steht, aber die Früchte dieser Liebe sind klar beschreiben. Und was ist die Folge dieser sichtbaren Liebe? "Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten." Die Menschen kommen fast wie von selbst, ohne selbstkreierte Evangelisationsprogramme oder ähnliches. Eine von Gottes Geist und Liebe erfüllte Gemeinde wächst einfach!

Im neuen Testament - speziell in den Briefen - wird immer wieder auf diese Liebe untereinander hingewiesen und ermahnt, in dieser Liebe zu bleiben. In Johannes 15,9-17 spricht Jesus eindringlich, dass wir seine Gebote halten sollen und so in seiner Liebe bleiben (V10). In Vers 12 dann sagt er sein Gebot: dass wir einander lieben sollen. Und er bekräftigt dies noch einmal in Vers 17. Das ist das einzige Gebot Jesu.

Eine solche Liebe wird in die Welt strahlen - von allein. Darum brauchen wir uns dann nicht bemühen. Sie wird strahlen und leuchten und wird viele aufmerksam machen. Und dann werden Menschen gerettet und der Name Gottes verherrlicht.






Update 2003/12/28: Beim Stöbern auf den Seiten mit Predigten von David Wilkerson hab ich dies hier gefunden:
Die große Verantwortung derer, denen vergeben ist. Achtung: Der Text ist noch länger!





Ich bitte mit allem Nachdruck darum, bei einer eventuellen Zitierung aus diesem Text, den Zusammenhang zu beachten und den Inhalt nicht zu verfälschen!

Alle Bibelzitate wurden der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen.
© 1985/1991, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal

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