Mit der Sünde kam die Krankheit
Was geschah im Paradies?

Ich weiß, wir fassen hier ein hoch sensibles Thema an. Ich will auch gar nicht leugnen, dass es schwer ist, darüber was zu sagen. Warum ich es dann trotzdem tue? Weil ich glaube, dass viele Menschen in einer, bedingt durch Krankheit, für sie ausweglosen Situation sind und gesund werden können.

Krankheit durch Sünde? Das ist eigentlich ein Tabuthema. In vielen Gemeinden, die ich bis jetzt besucht habe wird Genesung und Heilung von einer Krankheit in erster Linie den Ärzten und Krankenhäusern auferlegt und zugetraut. Das, was ich dabei am wenigsten verstehe ist: im Gebet für einen Kranken wird den Ärzten die Macht über die Krankheit und über den Menschen überlassen. Das schwerste Gebet, was ich mit hören musste war: "Herr, tu alles menschenmögliche um Diesen oder Jenen wieder gesund zu machen"! Wer betet denn zu Gott dem Allmächtigen und bittet um das "menschenmögliche"? Aber genau so sind wir. Wir bitten rational, also unserem Verstand und den vorliegenden Tatsachen gemäß. Hoffentlich finden die Ärzte das richtige Medikament, schlägt die und die Therapie an, klappt die OP, sind die Nebenwirkungen der giftigen Medikamente nicht so schlimm.
Die Fortschritte in Medizin und Wissenschaft sind so weit, dass viele glauben Gott wegen dieser "Kleinigkeit" nicht mehr belästigen zu müssen. Das meiste kann der Mensch doch selber regeln. Genauso ist es mit Krankheit. Wir haben Impfstoffe, Krankenhäuser, Versicherungen, Ärzte, Medikamente und nicht zuletzt Forschungsergebnisse. Und alle bewirken nur eines: Wir denken, wir brauchen Gott nicht mehr!
Ich bin immer wieder dankbar, wenn Menschen mit Hilfe der Ärzte wieder gesund werden. Die Gefahr jedoch, dass der Mensch sich mehr und mehr überhebt, ist groß. Von Mal zu Mal wird er sicherer und denkt, die Gesundheit des Menschen garantieren zu können. Dabei spielt Gott keine Rolle mehr.
Alle Krankheiten haben eines gemeinsam: sie bedrohen unser Leben und beeinträchtigen unsere Lebensqualität und Schaffenskraft. Einige Krankheiten trüben unser Bewußtsein und damit unsere Denk- und Handlungsfähigkeit. Alles in allem: Leiden. Es ist also nur verständlich dass wir eine Krankheit so schnell wie möglich los werden wollen und dafür alles menschenmögliche tun. Wir vergessen dabei aber leider viel zu oft, dass Gott ganz allein der ist, der uns am Leben erhalten und wirklich gesund machen kann.

Krankheit ist nur ein Symptom, also eine Erscheinung, resultierend aus einer Ursache. Wenn wir also eine Krankheit bekämpfen, bekämpfen wir nur die Anzeichen einer viel schlimmeren Krankheit, die Sünde heißt. Die meisten Leser werden jetzt rebellieren. Und deshalb müssen wir ganz, ganz weit zurücksehen, um diese Aussage zu erläutern.

Ich habe nie gehört oder gelesen, dass irgend jemand im Paradies, sei es also Mensch oder Tier, eine Krankheit hatte. Und auch andere Dinge im Garten Eden waren völlig anders. Das Essen zum Beispiel:
1.Mose 1,29;30

Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, [habe ich] alles grüne Kraut zur Speise [gegeben].

Also kein Fleisch, weder für Menschen, noch für Tiere. Woher sollte es auch kommen? Im Paradies wird niemand getötet, auch nicht für Nahrung. Und noch etwas ist anders:
1.Mose 2,25

Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.

Wir sind einfach so nackt auf der Erde rumgelaufen. Genauso, wie alle Tiere heute noch.
Und dann war da dieses einzige Gebot Gottes, von dem Baum der Erkenntnis nicht zu essen, welches ja dann von beiden missachtet wurde. Von allein hätte Eva wohl auch nicht zugegriffen, Satan aber hat sie regelrecht verführt. Nicht, dass sie grübelnd um den Baum gelaufen ist, nein Satan kam zu ihr und hat sie gelockt, ihr die verbotenen Früchte des Baumes schmackhaft gemacht. Echt mies sowas! Und das meine ich ernst. Sie hatte nicht im geringsten an den Baum gedacht oder begehrt davon zu essen. Satan aber hat das Wort Gottes verdreht und sie damit rumgekriegt, wie später auch Adam.

Ungehorsam. Damit fängt das Leid der Geschöpfe Gottes an. Damit meine ich nicht nur die Menschen sondern auch die Tiere, die um uns herum sind. Seit dem Segen Gottes in 1. Mose 1,28 ist der Mensch "Beherrscher" der ganzen Erde. Das heißt: die Erde mit allem, was auf ihr ist, wurde uns durch Gott von Beginn an anvertraut: der Mensch, nicht Gott, gab den Tieren ihre Namen, die Erde dürfen wir uns untertan machen. Alles hat er uns zugedacht und zugesagt. Er hat uns erhöht und uns zu Herrschern gemacht, seine eigene Schöpfung zu beherrschen. Aber dann ließen wir uns zum Ungehorsam gegen Gott verführen.
Die Schuld für das Leid des gesamten Leben auf der Erde trägt der Mensch. Er hat Gott nicht gehorcht und damit seinen "Herrschaftsbereich" schlecht verwaltet, somit also aufs Spiel gesetzt. Und er ist bis heute Ungehorsam gegen Gott. Wir sind alle Adams Kinder und sollten eigentlich Gottes Kinder sein.
Was antwortete Adam nach dem Essen vom Baum als Gott ihn fragte, wo er ist?
1.Mose 3,10

...Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.

Wir verstecken uns bis heute. Dieses "nackt sein" hat hier ganz tiefe Bedeutung. Es geht nicht nur um das Zudecken des Körpers. Es geht um zudecken von Schuld und Schuldgefühlen, um zudecken des eigenen, unvollkommenen Ich's, um zudecken von Gedanken und Wünschen. Wir müssen uns so sehr verstecken, dass wir völlig verkrampfen. Wir können uns nicht frei bewegen aus Furcht "entdeckt" zu werden. Und vor allem: wir haben Furcht entlarvt zu werden.
Wir sind alle Geschöpfe Gottes und als Nachkommen Adams in eine Welt geboren, die voller schuldiger Menschen ist. Nicht, dass wir persönlich von dem Baum gegessen haben, aber den Ungehorsam gegen Gott demonstrieren wir täglich.

Mit dem Sündenfall im Paradies hat der Mensch das Urteil Gottes auf sich gezogen. Er hat damit nicht nur sich selbst Schaden zugefügt sondern allen Lebewesen auf der Erde, denen der Mensch seinen Namen gab. Und der Mensch ist bis jetzt nicht anders geworden. Nach wie vor streben wir nach den verbotenen Früchten und lassen uns von Satan zu immer neuen Sünden verführen. Wir sind schwach gegen jeglichen Angriff von außen. Wir sind nicht gesund, und bedürfen jeden Tag neu der Bewahrung durch Gott. Unter gesund verstehe ich hier: gesund an Körper und Geist.
Die Auswirkungen des Ungehorsam's gegen Gott sind enorm. Als erstes werden Adam und Eva aus dem Paradies gewiesen und somit auch ihre Kinder, also wir alle. Das heißt auch, dass die Nähe zu Gott im Paradies sich in eine für Menschen unüberwindbare Entfernung ändert. Der Zugang zurück zu Gott ist versperrt.
Als zweites ändert sich unsere Lebenserwartung. Wir wurden von Gott ursprünglich nicht geschaffen um zu sterben. Dies wurde geändert, in ein Leben mit der Erwartung des Todes. Dazu gehört auch der Vorbote des Todes: die Krankheit. Gott hat nicht gesagt, dass Adam sofort tot umfällt, wenn er vom Baum der Erkenntnis ißt. Er hat nur gesagt: "...dann musst du sterben." Wann? Steht nicht da. Adam und alle seine Nachkommen leben von nun an in Erwartung des sicheren körperlichen Todes während sie geistig schon gestorben sind. Der Hauch Gottes, durch den der Mensch lebendig wurde, ist ausgehaucht, weil sich der Mensch selbst diesem Hauch entzogen hat. Die Rede ist vom Heiligen Geist. Ohne diesen Geist Gottes sind wir tot und warten nur darauf, dass das Fleisch verdorben ist und abstirbt. Dazu noch ein Zitat: aus Johannes 6,63

Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. ...

Ohne den Geist Gottes ist der Mensch wie ein abgetrennter Arm. Er "zappelt" noch ein bisschen. Das klingt hart, stellt aber deutlich die Realität dar. Es ist ganz normal das wir krank werden, wenn der Geist uns nicht wieder lebendig macht.
Und drittens: der Mensch hat schon gleich nach dem Sündenfall angefangen sich vor einander zu verstecken.
1. Mose 3,7

Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

Wie schon erwähnt, hat dieses Erkennen der eigenen Nacktheit eine sehr tiefe Bedeutung und beschreibt auch das Verhältnis der Menschen untereinander und besonders zu Gott. Hier muss deutlich gesagt werden, dass Nacktheit keine Sünde ist! Die Sünde besteht nach wie vor einzig im Ungehorsam. Die aufkommenden Schuldgefühle veranlassen Adam und Eva sich Schurze zu machen (also die eigene "Blöße" vor dem anderen zu verbergen) und sich gemeinsam (!) vor Gott zu verstecken. Der Mensch scheut sich davor, so gesehen zu werden wie er ist: schuldbeladen und nackt im aller tiefsten Sinn. Gott selbst bekleidet Adam und Eva später mit Fellen und bedeckt damit ihre Blöße. Damit schützt Gott jeden einzelnen Menschen vor den Blicken anderer. Und das auch wieder im aller tiefsten Sinn. Wir schauen all zu gern auf die Schuld anderer und sind selbst nicht besser. Das will Gott aber nicht. (1)

Wir wissen, dass durch den Sündenfall der Tod auf uns wartet. Aber genauso lauert auch die Krankheit. Wenn ein direkter Zusammenhang zwischen Sünde und Tod besteht, dann besteht auch ein direkter Zusammenhang zwischen Sünde und Krankheit. Unser Fleisch stirbt ab. Nicht jede Krankheit eines Menschen muss einer Sünde zugeteilt werden. (2) Aber letztlich ist durch Sünde die Krankheit und der Tod in unser Leben eingezogen. Und da kann sich niemand ausschließen.
Das klingt jetzt natürlich alles nicht mehr so ermutigend, aber genau so sieht es aus. Und genau in diese Situation hinein will Gott handeln, um uns zu helfen und zu heilen. Er kennt unsere Schwachheit und Krankheit. Er kennt auch die Ursachen. Und er liebt uns. Als Jesus hier auf der Erde lebte, hat er viele Menschen geheilt und sogar Tote auferweckt. Und das auf ganz erstaunliche Art und Weise.
Er ging nicht durch die Straßen und hat jeden einfach so geheilt, der krank war. Er hat nur die Menschen geheilt, die zu ihm gekommen sind oder die, für die er durch andere Menschen gebeten wurde. Es gab bestimmt viel mehr kranke Menschen. Viele aber kamen nicht zu ihm aus Stolz oder Unglauben. Wie immer gibt es auch hier eine Ausnahme: der kranke am Teich Bethesda (Johannes 5,1-9). Auf ihn ist Jesus direkt zu gegangen. Und hier fragt Jesus erst: "Willst du gesund werden?" Was für eine Frage! Warum stellt Jesus diese Frage? Stellen wir sie uns doch mal selbst. Will ich wirklich gesund werden? Oder will ich mit meiner Krankheit bei anderen Mitleid erwecken und im Mittelpunkt stehen bleiben? Ähnlich ist die Begebenheit mit der Heilung des Bartimäus (Markus 10,46-52): als Bartimäus nach Jesus regelrecht schreit und ihn um Erbarmen bittet, fragt Jesus doch tatsächlich: "Was willst du, dass ich dir tun soll?". Als ob Jesus nicht sieht, dass er blind ist! Und wie machen wir es? Wir rufen zu Jesus und er fragt uns: "Was soll ich dir tun?" Haben wir immer eine Antwort? Zwei gute Fragen, die Jesus da stellt.

Außerdem hat Jesus immer den ganzen Menschen geheilt. Damit ist gemeint: den ganzen Menschen an Körper und Geist (siehe dazu auch Matthäus 9,1-8). Es ging Jesus also nicht nur darum, einen Blinden sehend zu machen. Er will den ganzen Menschen heilen und retten Die ursächliche Last der Sünde hat er den Menschen erlassen, wenn er ihn geheilt hat. Das ist auch seine eigentliche Botschaft und der Grund seines Kommens: Befreiung von der Sünde. So werden Menschen gesund.
Wie sieht das heute aus? Es wird allzu oft fein säuberlich getrennt. Wir trennen Körper und Geist und sehen nicht, wie nah alles beisammen ist. In den meisten Gemeinden und Kirchen gibt es keine körperliche Heilung. Auch die Möglichkeit, dass ein zB blinder Mensch plötzlich sehen kann, wird nicht einmal in Betracht gezogen. Es geht nur noch um das "Seelenheil", den Rest machen die Ärzte. Viele Krankheiten sind abgehakt. Was halten wir davon, wenn zB ein an den Rollstuhl "gefesselter" Mensch aufsteht und den Rollstuhl wegwerfen kann. Oder ein geistig behinderter, der auf einmal am normalen öffentlichen Leben teilnimmt, weil er gesund geworden ist. Wir beschränken uns auf die Pflege der Kranken, ohne ihnen wirklich zu helfen. Natürlich ist diese Pflege sehr wichtig, aber was würde Jesus tun? Haben wir die Hoffnung und den Glauben, dass Menschen durch Jesus wirklich gesund werden können? Wir können es uns nicht vorstellen, dass Teile des Gehirns wieder aktiv, blinde Augen wieder sehend werden, Krebsgeschwüre unauffindbar verschwinden. Aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Wenn man ihn nur einmal darum bitten würde!
Wenn für kranke gebetet wird, dann muss der ganze Mensch betrachtet werden. Wir dürfen nicht nur auf seine Sünde oder nur auf seine Krankheit sehen, Gott will den ganzen Menschen gesund machen. Ist es richtig, wenn wir als Christen anderen Menschen den Glauben an Jesus nahe bringen und diese dann in ihrem Leid und ihrer Krankheit bleiben? Vergebung durch Jesus und körperlich Gesundwerden stehen genauso im Zusammenhang wie Krankheit und Sünde. Das dürfen wir niemals vergessen. Wenn jemand für einen Kranken betet und nicht in Betracht zieht, dass Jesus heilt, was soll dann das Gebet?
Jakobus 5,13-15

Leidet jemand unter euch? Er bete. Ist jemand guten Mutes? Er singe Psalmen. Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt nun einander die Vergehungen und betet für einander, damit ihr geheilt werdet; viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.

Unter allen Umständen ist es notwendig, sich von Herzen vor Gott zu beugen und ihn um Hilfe zu bitten. Nur so können wir Heilung und Vergebung erleben. Wer sich Gott nicht anvertrauen kann, sollte jemanden um Hilfe bitten, der ihm die Hände auflegt und zu Gott im Namen Jesu betet. Jesus ist für unsere Schuld gestorben und trug unsere Krankheit ans Kreuz.
Jesaja 53,4f

Jedoch unsere Leiden - er hat [sie] getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.


Warum sollte sich das geändert haben? Krankheit und Sünde dürfen nicht von einander getrennt werden. Auch wenn wir noch so tief in das Geheimnis des Körpers eindringen, diesen Zusammenhang können wir nicht auflösen.













(1) Die ganze Bedeutung dieser Nacktheit und deren Bedeckung durch Gott können wir bis jetzt nur erahnen. Sie ist sicherlich viel tiefer. zurück zum Haupttext

(2) Wohl gemerkt: nicht jede! Aber eben doch in den meisten Fällen. In der Bibel ist die Ursache für Krankheit eindeutig und heißt Sünde. Wenn wir heute krank sind dürfen wir das nie vergessen. Wir sind heute schnell dabei, Sünde und Krankheit zu trennen, auch in den Kirchen ist dies der Fall. Das ist falsch, hochmütig und gefährlich. zurück zum Haupttext






Ich bitte mit allem Nachdruck darum, bei einer eventuellen Zitierung aus diesem Text, den Zusammenhang zu beachten und den Inhalt nicht zu verfälschen!

Alle Bibelzitate wurden der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen.
© 1985/1991, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal

zurück zur Themenübersicht

zurück zum Menü