Was soll das mit der Buße?


"So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn,"
Apostelgeschichte 3,19

Wer hört das Wort "Buße" nicht mit einem bitteren Beigeschmack? Die Äußerungen wie: "Das wirst Du mir büßen!" oder "Tu Buße!" hinterlassen alle einen bedrohlichen Eindruck. Wir hören schon die Worte "Strafe", "Wieder gut machen", "Bezahlen", "Genugtuung", etc. Zu Recht, denn das ist auch die Bedeutung des Wortes "Buße". An vielen Stellen in der Bibel (deutsche Übersetzungen!) werden Menschen zur "Buße" aufgefordert. Aber was bedeutet nun Buße in der Bibel wirklich?

Zur Buße wird in der Bibel dann aufgefordert, wenn Menschen vom Weg mit Gott abgewichen sind (Sünde). Im Zusammenhang mit Sünde bekommt nun das Wort "Buße" eine noch extremere Bedeutung und erweckt in uns die Vorstellung eines strafrechtlichen Vollzuges (oder wenigstens einer zu erbringende Eigenleistung zur Wiedergutmachung), bei manch einem vielleicht gepaart mit anstehenden seelischen Qualen. Das aber ist überhaupt nicht gemeint, wenn in der Bibel das Wort Buße steht. Luther übersetzte das hebräische Wort "schub"(= hinwenden, zurückkehren) und das griechische Wort "metanoein" (= den Sinn ändern) mit "Buße", was noch heute zu Verständnisschwierigkeiten führt (siehe auch Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker). In englischen Bibel-Übersetzungen z.B. gibt es das Wort "Buße" nicht!

Wenn also in der deutschen Bibel "Buße" steht, ist damit Umkehr, Rückkehr und/oder Sinnesänderung gemeint. Nun bekommen sämtliche Bibelstellen in denen Buße vorkommt, ein anderes Licht.

Gehen wir nun weiter.

"Als sie aber [das] hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen." (Apostelgeschichte 2,37.38)

Diesen Worten steht die Pfingstpredigt voran (lesen?), in der Petrus den Zuhörern die Heilige Schrift (damals nur Altes Testament) und das Geschehen mit Jesus am Kreuz in Kurzform auslegt. "Was sollen wir tun?" Die Zuhörer befinden sich nach den gehörten Worten des Petrus allem Anschein nach in einer ausweglosen Situation. Sie erkennen ihre Schuld vor Gott aber sie sehen keinen Weg da heraus zu kommen! Hier sei nun angemerkt, dass Schulderkenntnis allein keinen Sinn macht. Die beiden Verse aus der Apostelgeschichte zeigen dies deutlich. Die Menschen sind so ergriffen, dass es ihnen ins Herz dringt. Sie würden Jahre lang in Sack und Asche rumlaufen, nur um vor Gott gut dazustehen. Oder ihr ganzes Hab und Gut verschenken usw. Aber sie wissen: es bringt nichts! So werden wir unsere Schuld nicht los. Gott dringt in unser Herz! Was also sollen wir tun wenn wir erkannt haben, dass wir vor Gott schuldig sind?

Ändert euern Sinn! Kehrt um! Hier wird also nicht mit einer Bestrafung gedroht sondern ein Angebot zur wirklichen Vergebung gemacht. Voraussetzung für diese Vergebung ist die Umkehr. Das heißt: Ihr habt nun erkannt, dass und worin eure Sünde vor Gott besteht. Tut jetzt diese Sünde nicht mehr! Das klingt alles erst mal ganz einfach. Wenn man jedoch bedenkt, dass es hier nicht um Schuld durch einen Diebstahl oder so geht, sondern um die Schuld durch Unglauben, Ungehorsam und Gottlosigkeit, sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier werden Menschen aufgefordert von nun an mit Herz und Sinn an Jesus zu glauben und von IHM zu lernen - was sie ja zuvor nicht taten. Damit wird ein ganzes Leben umgekrempelt. Das ist wie als wenn man von all seinen bisherigen Prinzipien und Vorstellungen abweicht und von nun an das Gegenteil vertritt. Man wird ein anderer Mensch! Und dies wird sichtbar für alle Welt! Na wenn das nicht ein gewagter Schritt ist.

Diese Umkehr ist der Schlüssel zur Vergebung der Schuld vor Gott. Wenn wir unsere Schuld erkennen und nicht umkehren hat alles Erkennen keinen Sinn. Wir bleiben in unserer Schulderkenntnis und Schuldigkeit hängen. Wir müssen unseren Sinn ändern um von dieser Schuld erlöst und frei zu werden. Umkehr ist der einzige Weg den Gott uns gezeigt hat und geht der Vergebung voraus. Ohne diese Umkehr gibt es keine Vergebung, kein Heil, kein Leben mit Gott. Und wenn ich mich noch so abmühe, mich für gute Zwecke einsetze, Geld investiere, ja selbst wenn ich jeden Tag in eine Kirche gehe um zu beten - ohne Umkehr zu Gott bleibe ich der alte Mensch: mit Schuld beladen. Wer nicht umkehrt wird den Himmel nicht sehen.

Wenn Gott jemanden zur Umkehr auffordert heißt das: "Ich, der Herr, will mit dir weiter gehen, dich bewahren und kräftigen. Ich will dich in meinem Reich willkommen heißen und mit dir leben. Ich will dein Gott sein - ich kann es aber nicht, wenn du dich nicht zu mir bekehrst und dein Herz auf mich ausrichtest. Wenn du also mein Kind sein willst und ich dein Vater sein soll, dann kehre um und lass dich von deiner Schuld befreien!"

Ich denke das ist ein Angebot!





Ich bitte mit allem Nachdruck darum, bei einer eventuellen Zitierung aus diesem Text, den Zusammenhang zu beachten und den Inhalt nicht zu verfälschen!

Alle Bibelzitate wurden der Revidierten Elberfelder Bibel entnommen.
© 1985/1991, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal

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